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Der Wein


In dieser Region wurde der Weinstock bereits in den Jahrhunderten vor der Entstehung Roms (753 v. Chr.) kultiviert, obwohl in jenen Zeiten die Viehzucht überwog und der Wein vor allem für die Gaben an Jupiter und für heilige Opfer verwendet wurde. Zu Zeiten von Romulus und Remus begannen ihn die verschiedenen Stämme zu kosten. Auf den vulkanischen Hügeln der “Castelli romani” fand der Weinstock (mit dem Olivenbaum) seinen idealen Standort und er wird von den Dichtern Tibull, Horaz und Catull und auch in der Naturalis Historia von Plinius dem Älteren erwähnt.
Doch es handelte sich um einen wenig geschätzten Wein, da der Anbau und die Verarbeitung auf sehr einfache Weise erfolgten. Erst im Hohen Mittelalter, im 12. Jh., entwickelt das Latium eine Kultur des Weinbaus und der Weinerzeugung. Und erst im Jahre 1406 (zur Zeit des Papstes Gregor XII.) wurden die Normen zur Regelung der Weinerzeugung in den «Statuti dell'agricoltura» (Statute der Landwirtschaft) kodifiziert.
Weinbau und Weinerzeugung durchlebten im Latium wechselhafte Phasen. Ein entschiedener Aufschwung und ein frischer, innovativer Wind kamen mit der Einnahme Roms durch die Piemonteser (1871).
Im Folgenden werden einige der wichtigsten Weine der Region aufgeführt. Die Aufteilung nach Gebieten gibt angesichts der Größe und der Bedeutung Roms im Laufe der Jahrhunderte Anlass zu historischen und mythologisch gestimmten Anmerkungen.


ALEATICO DI GRADOLI

Die Gradoli genannte Gemeinde liegt auf einer felsigen Hochebene in einer Höhe von fünfhundert Metern. Beherrscht wird sie von dem Palazzo Farnese, der bereits Papst Paul III. gehörte. Dieser stellte diesen köstlichen Wein her, der – zurückgewiesen von enthaltsamen Päpsten wie Innozenz III. und Hadrian IV. – zu den Gaumenfreuden der Feinschmecker-Päpste wie Martin IV. und Benedikt X. zählte.
Das Herstellungsgebiet umfasst wenige Gemeinden der Provinz Viterbo. Ihr wichtigster Wein ist eben der Gradoli mit drei Sorten.
Der Aleatico di Gradoli ist in der Farbe granatrot mit violetten Farbtönen. Sein fein aromatischer und charakteristischer Geruch wird begleitet von einem fruchtigen, frischen, weichen, samtigen und süßen Geschmack. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 12°.
Die Sorte “liquoroso” (Likörwein) ist in der Farbe mehr oder weniger intensiv granatrot, zuweilen mit violetten Reflexen. Der Geruch ist aromatisch, mild und markant und wird begleitet von einem vollen, süßen, harmonischen und angenehmen Geschmack. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 17,5°.
Die Version “liquoroso riserva” (Likörwein Auslese) hat bei gleichem Alkoholgehalt eine mehr oder weniger intensive granatrote Farbe, die mit der Lagerung zuweilen ins Orange tendiert. Im Geruch ist er aromatisch und typisch für die Lagerung in Eichenfässern und im Geschmack voll, süß, mehr oder weniger tannisch, harmonisch und angenehm.


BIANCO CAPENA

Der Wein Bianco Capena wurde zur Zeit der Römer Bianco Feronia genannt, nach der gleichnamigen Nymphe, der man ihn bei rituellen Opfergaben darbot.
Das Herstellungsgebiet hat eine alte Weinbautradition. Bereits Horaz und Vergil priesen die blühenden Weingärten von Capena, das sich nicht nur der Traubenerzeugung widmete, sondern auch der Produktion von Oliven, Getreide und Blumen. Cicero zögerte nicht bei seiner Feststellung: «Willst du fruchtbare Felder und Weinstöcke sehen, so gehe nach Capena».
Jedes Jahr findet in Capena das Fest des Oktober-«vendemmiale» statt, zu Ehren dieser stets, wie schon in der Antike, schönen und goldenen Traube.
Der Bianco Capena hat eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe, einen leicht aromatischen, feinen, markanten und angenehmen Geruch und einen trockenen oder leicht lieblichen, angenehmen Geschmack. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°. Der Beste erhält die Bezeichnung «superiore». Dieser feine Wein sollte im Herstellungsjahr getrunken werden.


CASTELLI ROMANI

Mit dem Namen Castelli Romani bezeichnet man die vierzehn größeren Zentren auf den Colli Albani (Albaner Berge) im Südosten von Rom. Dieses Gebiet mit vulkanischem Ursprung geht auf das Quartär zurück. Die Hügel liegen in Form einer Gruppe halbkreisförmig. Sie sind in Höhen über 600 m reich an spontan wachsender Vegetation, darunter werden sie intensiv mit Olivenbäumen und insbesondere Weingärten bebaut. Aus den Weinreben entstehen die berühmten Weißweine, die die Bezeichnung Castelli Romani tragen.
Die Rebsorten, aus denen die Weine hergestellt werden, sind diverse. Der Weißwein hat eine mehr oder weniger kräftige strohgelbe Farbe und einen fruchtigen, intensiven Geruch, der an die gekelterten Trauben der Sorte “novello” (neuer Wein) erinnert und begleitet wird von einem frischen, harmonischen, trockenen, zuweilen spritzigen und/oder lieblichen Geschmack bei einem Alkoholgehalt von mindestens 10,5°. Der Rosé, der den gleichen Alkoholgehalt aufweist, ist in der Farbe mehr oder weniger rosarot, zuweilen mit rubinroten Farbtönen, im Geruch fruchtig und weinig und im Geschmack frisch, harmonisch, trocken, zuweilen spritzig und/oder lieblich. Der Rotwein schließlich hat einen Alkoholgehalt von 11° bei mehr oder weniger intensiver rubinroter Farbe und weinigem, nachklingendem, bezeichnendem Geruch, der bei der Sorte “novello” fruchtig ist. Im Geschmack ist der Rotwein frisch, harmonisch, trocken, rund, zuweilen spritzig und/oder lieblich, lebhaft und wohlriechend bei der Sorte “novello”.


CERVETERI

Eine der größten Städte des Etruria Marittima war das alte Cere (heute Cerveteri), dessen Ursprünge auf das 8. Jh. v. Chr. zurückgehen. Dank des Fleißes und der Unternehmungslust seiner Bewohner erlangte es ein hohes Niveau an Macht und Reichtum. Es beteiligte sich an den Kämpfen zur Verteidung der etruskischen Handelsstraßen und um die Vorherrschaft im Tyrrhenischen Meer und kämpfte mit der eigenen Flotte an der Seite der Kartagher gegen die Griechen. Der in diesem Gebiet produzierte Wein – ein bedeutender Posten in der lokalen Wirtschaft – wurde in mit Kitt oder mit ölgetränkten Pfropfen versiegelten Amphoren exportiert. Noch heute, nach vielen Jahrhunderten, ist die Tradition des Traubenfestes am letzten Augustsonntag lebendig, dessen reichhaltiges Veranstaltungsprogramm zahlreiche Touristen anlockt.
Das Herstellungsgebiet umfasst eine begrenzte Anzahl an Gemeinden der Provinzen Rom und Viterbo, deren ideales Zentrum Cerveteri ist, das sieben Weinen den Namen schenkt.
Der trockene Weißwein hat eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe und einen weinigen, angenehmen, milden Geruch, der begleitet wird von einem trockenen, vollen, harmonischen Geschmack bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11°.
Den gleichen Alkoholgehalt weist die Sorte «frizzante» (Perlwein) auf, die in der Farbe strohgelb ist, im Geruch angenehm und mild und im Geschmack spritzig, weinig, weich und zuweilen lieblich bei lebhaftem, zartem Schaum.
Gleiche Farbe und gleichen Alkoholgehalt finden wir bei der Version «amabile» (lieblich), deren Geruch fruchtig, angenehm und mild ist bei lieblichem Geschmack.
Der Rosé hat wiederum gleichen Alkoholgehalt, doch eine mehr oder weniger intensive rosarote Farbe, einen fruchtigen, angenehmen Geruch und einen feinen, milden, harmonischen Geschmack.
Der trockene Rotwein hat eine mehr oder weniger intensive rubinrote Farbe und der weinige Geruch wird begleitet von einem trockenen, wohlschmeckenden, harmonischen Geschmack mit richtigem Körper bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.
Von mehr oder weniger intensiver roter Farbe ist der “novello” (neuer Wein), dessen weiniger, leicht aromatischer Geruch begleitet wird von einem fruchtigen, weinigen, harmonischen, samtigen Geschmack bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11°.
Gleichen Alkoholgehalt, doch eine intensivere Farbe weist die Sorte «amabile» auf, die im Geruch weinig und angenehm ist und im Geschmack lieblich, weinig und samtig.


COLLI ETRUSCHI VITERBESI

Mit dieser Bezeichnung werden vierzehn Weinsorten in zahlreichen Gemeinden der Provinz Viterbo hergestellt. Die gleichnamige Provinzhauptstadt ist das Produktionszentrum. Sie hat ihr ursprüngliches mittelalterliches Aussehen fast unversehrt bewahrt und beachtliche Monumente sind auch heute noch zu sehen: der päpstliche Palazzo aus dem 13. Jh., der Dom im romanischen Stil, die Kirchen San Francesco und Santa Maria della Verita'.
Das einstige etruskische Zentrum und die spätere (im 8. Jh.) römische Kolonie (genannt «castrum Viterbi») war mehrmals Papstresidenz und Sitz zahlreicher Konzile.
Die Weine Colli Etruschi Viterbesi werden aus bis zu zehn Rebsorten hergestellt, die in der begrenzten Zone angebaut werden. Sie weisen einen unterschiedlichen Mindestalkoholgehalt auf: 10° der Weißwein, der Rosé und der Rotwein und alle anderen Sorten 11°, mit Ausnahme des Likörweins, dessen Alkoholgehalt mindestens 15,5° beträgt.
Der WEISSWEIN, trocken oder lieblich, hat eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe und einen milden, markanten Geruch; im Geschmack ist er trocken oder lieblich, harmonisch, charakteristisch. Der Procanico ist in der Farbe hellstrohgelb, im Geruch markant, mild, angenehm und im Geschmack trocken, frisch, ausgewogen. Der Grechetto hat eine Farbe, die von mehr oder weniger intensivem Strohgelb bis Goldgelb reicht; im Geruch ist er leicht weinig, mild und markant und im Geschmack trocken, samtig, fruchtig und bezeichnend bei zuweilen leicht bitterem Nachklang.
Der Rossetto, trocken oder lieblich, ist strohgelb und mehr oder weniger intensiv in der Farbe, begleitet von einem ausgeprägten, milden, angenehmen, fein aromatischen Geruch und einem trockenen, lieblichen, harmonischen Geschmack. Die gleiche Farbe weist der Moscatello auf, trocken oder lieblich, der dem Geruchssinn einen Duft und ein Aroma bietet, das markant ist für Muskateller-Trauben.
Mit den gleichen Trauben, die man verdörren lässt, wird der Likörwein Moscatello passito erzeugt, der farblich von Goldgelb bis zu einem mehr oder weniger intensivem Bernsteinton variiert. Im Geruch ist er intensiv und komplex mit einem markanten Moschuseindruck und im Geschmack süß, harmonisch, aromatisch und samtig.
Der ROSE‘, trocken oder lieblich, hat eine mehr oder weniger intensive Farbe, zuweilen mit violetten Reflexen, und einen intensiven, milden, angenehmen Geruch, der begleitet wird von einem trockenen oder lieblichen, harmonischen, ausgewogenen, zuweilen frischen und lebhaften Geschmack.
Bei gleicher Farbe präsentiert der Roséwein Sangiovese rosato einen intensiven, milden, angenehmen Geruch bei trockenem oder lieblichem, harmonischem, ausgewogenem, zuweilen frischem und lebhaftem Geschmack.
Der ROTWEIN, ebenfalls trocken oder lieblich, hat eine mehr oder weniger intensive rubinrote Farbe, einen charakteristischen, wohlriechenden, mehr oder weniger fruchtigen Geruch und einen trockenen oder lieblichen, vollen, harmonischen Geschmack.
Die Sorte “novello” ist in der Farbe mehr oder weniger intensiv rubinrot mit violetten Nuancen und hat einen fruchtigen und nachhaltigen Geruch. Im Geschmack ist sie frisch, harmonisch, ausgewogen, rund und zuweilen lebhaft durch einen Duft der Gärung.
Der Grechetto hat eine mehr oder weniger intensive rubinrote Farbe und einen markanten, wohlriechenden, mehr oder weniger fruchtigen Geruch; im Geschmack ist er trocken, wohlschmeckend, harmonisch und nachhaltig. Intensiver in der Farbe ist der Violone, dessen bezeichnender Geruch einen Nachklang von Sauerkirschen aufweist; im Geschmack ist dieser Wein trocken, voll, mehr oder weniger tannisch und harmonisch.
Die gleiche intensive rubinrote Farbe hat der Canaiolo, der im Geruch markant, aromatisch und nachhaltig ist und im Geschmack lieblich, mit Körper, mehr oder weniger tannisch und harmonisch.
Der Merlot ist rubinrot mit violetten Reflexen; im Geruch ist er angenehm und leicht grasig, im Geschmack voll, weich, harmonisch, im richtigen Maße tannisch mit leicht grasigem Nachklang.


COLLI ALBANI

Im Südosten von Rom erhebt sich isoliert eine vulkanische Hügelgruppe, deren Hänge von blühenden Weingärten bedeckt sind. Die an den Seiten der Erhebungen und auf ihren Gipfeln liegenden Orte heißen in Anbetracht der Tatsache, dass die richtigen Schlösser eigentlich andere wären (nämlich Rocca Priora, Montecompatri und Colonna), fälschlich Castelli Romani.
Es handelt sich um Gebiete mit alter Berufung zum Weinbau, einem reichen Schatz an Traditionen und Geschichte, mit Weinen, die seit der Antike berühmt sind. Kardinal Richelieu hatte sie in Frankreich bekannt gemacht, sowohl die weißen als auch die roten Sorten, obwohl er letztere für gesünder als die erstgenannten hielt. Papst Paul III. zog diese Weine während seiner Sommeraufenthalte in Frascati bei Tisch anderen vor und auch Papst Leo XIII. zeigte eine gewisse Schwäche für sie.
Albano, eine der ältesten und an geschichtlichen Ereignissen reichsten Städte Latiums, liegt nur unweit von Rom. Die Nähe zur Ewigen Stadt förderte die Bekanntheit des Produktes dieser Weingärten bei illustren Persönlichkeiten, die den Wein außerordentlich schätzten.
Die Farbe des Colli Albani reicht von Strohgelb bis Dunkelgelb, sein Geruch ist weinig und mild und wird begleitet von einem trockenen oder lieblichen, weichen, typisch fruchtigen Geschmack. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 10,5°.
Es werden auch die Sorten «superiore», «spumante» und «novello» erzeugt.


CORI

Das alte Städtchen Cori ist berühmt für seine Geschichte und für drei Produkte, die es seit der Antike ausgezeichnet haben: die schwarzen Oliven, das Öl und die Weine, sowohl Weiß- als auch Rotweine. Die interessantesten Monumente sind die römischen und mittelalterlichen Überbleibsel, die zum Großteil von griechischen Mauern eingefasst werden, und der Herkulestempel, der ein Jahrhundert vor Christi Geburt von zwei Magistraten der Stadt errichtet wurde.
Das seit Urzeiten bekannte Cori hat zudem das Privileg, dass es von Ovid, Marzial und anderen Dichtern des kaiserlichen Roms erwähnt wurde.
Seine Weine wurden zu den päpstlichen Mahlzeiten und auf den Banketten der Könige gereicht, da es Produkte waren, zu denen «alle Vertrauen hatten». Es ist wirklich bedauerlich, dass die umfangreiche Dokumentation, die die unzähligen Preisungen und Wertschätzungen dieses Weines im Laufe der Jahrhunderte gesammelt hatte, durch einen Brand verloren ging, der im letzten Weltkrieg das Gemeindearchiv der Stadt zerstörte.
Der Weißwein Cori bianco hat eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe; sein angenehmer und charakteristischer Geruch wird begleitet von einem milden, trockenen, lieblichen oder süßen, harmonischen Geschmack mit richtigem Körper; sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°. Er sollte vorzugsweise im Herstellungsjahr getrunken werden.
Der Rotwein mit seiner rubinroten Farbe hat einen weinigen, angenehmen, markanten, nachhaltigen Geruch, der begleitet wird von einem trockenen, weichen, samtigen, frischen Geschmack; sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11,5°.


EST! EST! EST!!! DI MONTEFIASCONE

Die Berühmtheit und der merkwürdige Name dieses Weines, der aus dem Gebiet von Montefiascone-Bolsena (Provinz Viterbo) stammt, lassen sich bis zum beginnenden 12. Jh. zurückverfolgen: Hauptperson der Episode, die von manchen als Legende abgetan wird, ist ein Prälat von Augsburg aus dem Gefolge von Heinrich V., der sich nach Rom begab, um die Kaiserkrone zu empfangen. Besagter Prälat, ein gewisser Giovanni Defuk (oder de Fugger oder Fuk) war ein Freund guten Weines und hatte seinen Knappen Martino, einen meisterhaften Weinkenner, damit beauftragt, vorauszureisen und die Weine, die er entlang der Reiseroute kostete, zu bewerten. Wenn der dort gekostete Wein gut war, sollte er die Tür des jeweiligen Gasthofs mit dem Wort «Est» kennzeichnen, wenn der Wein ausgezeichnet war, mit «Est-Est».
In Montefiascone nun kostete Martino einen derart köstlichen Wein, dass er auf die Tür «Est-Est-Est» schrieb, also «drei Mal so gut».
Als Defuk in den darauffolgenden Tagen dort ankam, trank er reichlich von jenem vorzüglichen Wein und er kehrte bei seiner Rückreise erneut ein, um danach nicht mehr in seine Heimat nach Deutschland zurückzukehren. Nach dem Tode von Defuk erfuhr man, dass die Gemeinde eine Hinterlassenschaft von ihm erhalten hatte – mit der Klausel, dass sie sich darum kümmern würde, an jedem Todestag des Verstorbenen ein Fass von diesem ausgezeichneten Wein über sein Grab (im Tempio di San Flaviano) zu gießen. Diese etwas heidnisch anmutende Gewohnheit wurde später von Kardinal Barbarigo aufgehoben.
Heute hat der Est! Est! Est !!! aus Montefiascone eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe und einen feinen, bezeichnenden, leicht aromatischen Geruch; im Geschmack ist er trocken oder lieblich, wohlschmeckend, harmonisch und nachhaltig; sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 10,5°. Es kann auch die Sorte «spumante» (Schaumwein) hergestellt werden.


FRASCATI

Der Frascati gehört zweifellos zu den bekanntesten und von den Römern begehrtesten Weinen aus dem Latium. Es heißt, dass im Jahre 1347 Cola di Rienzo, gewählter Volkstribun, gewünscht habe, dass aus den Nüstern des Pferdes von Marc Aurel zwei Strahle kämen, einer aus Wasser und der andere aus Wein. Für die Wahl von Innozenz X. dann, im Jahre 1644, vergossen die Löwen des Campidoglio Weißwein und Rotwein, ebenso wie im Jahre 1670 bei der Wahl von Clemens X. und zu anderen großen Veranstaltungen nachfolgender Epochen. Das bezeugt, wie wichtig der Wein war, um den Ereignissen Glanz zu verleihen und sie zur höchsten Feierlichkeit zu erheben.
Doch der Ursprung des Frascati geht auf eine noch fernere Zeitepoche als die des glanzvollen kaiserlichen Roms zurück und noch heute zählt er zu den bekanntesten italienischen Weißweinen.
Er hat die Gunst von Päpsten, Königen und Dichtern genossen. So versäumte es Papst Gregor XVI. nicht, jeden Tag ein «quartarolo scarso» (knappes Viertel) davon zu trinken. Und im Jahre 1823 begeisterte sich die Königin von England während ihrer Reise nach Rom so sehr für diesen Wein, dass sie davon bei Hof für sich wünschte. Goethe bezeichnete ihn als «ein Paradies».
Der Frascati zeigt eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe und ist im Geruch weinig, mild, mit charakteristischem Duft. Sein Geschmack ist wohlschmeckend, weich, fein, samtig. Durch die Variierung des Gehaltes an Restzucker erhält man die Sorten: «secco», «asciutto», «amabile» und «canellino» (süß). Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°.
Es wird auch die Sorte «superiore» erzeugt.
Der “novello” (neuer Wein) hat eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe und einen intensiv weinigen, fruchtigen Geruch, der an gekelterte Trauben erinnert. Im Geschmack ist er wohlschmeckend, weich, leicht säuerlich, zuweilen lebhaft bei einem Alkoholgehalt von mindestens 10,5°.
Der «spumante» (Schaumwein) zeichnet sich aus durch den lebhaften Schaum, durch die feinen und nachhaltigen Perlen und die mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe. Der Geruch ist weinig, ätherisch und mild, mit einem leichten, bezeichnenden Duft. Im Geschmack ist er lebhaft und harmonisch bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.


VELLETRI

Einigen historischen Quellen zufolge soll Velletri im Jahre 338 v. Chr. von den Volskern gegründet, die Hauptstadt dieses Volkes mit dem Namen «Velester» und Heimat der mythischen Kriegerin Camilla (jene Tochter von Metabus, die von Diana zur Jägerin und Kriegerin erzogen wurde) gewesen sein. Im 8. Buch der Äneis erzählt Vergil, wie Camilla unter die Lanze von Arunte fällt, da sie eine Verbündete der Latiner war.
Nach den gleichen unsicheren historischen Quellen scheint es, dass Velletri die Geburtsstadt des Kaisers Augustus war und dass der gute, in dem gleichnamigen Gebiet hergestellte Wein auch zur Mäßigung der ausgeprägten Persönlichkeit des großen Caesar beitrug.
In nachfolgenden Zeitepochen scheint der Papst Gregor XVI. seine Vorliebe für diesen Wein so weit getrieben zu haben, dass er den Alkoholgenuss sogar übertrieb.
Die Bezeichnung Velletri umfasst zwei Weine.
Der Weißwein hat eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe und er ist weinig, angenehm und mild im Geruch, der begleitet wird von einem trockenen oder lieblichen oder auch süßen, harmonischen und samtigen Geschmack mit richtigem Körper bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11° bzw. von 11,5° bei der Sorte «superiore». Einen vollen Genuss schenkt er als junger Wein, nicht älter als ein Jahr also. Er wird auch in der Sorte «spumante» (Schaumwein) hergestellt.
Der Rotwein zeigt sich mit mehr oder weniger intensiver rubinroter Farbe, die ins Granatfarbene tendiert bei der Sorte «riserva» (Auslese). Er ist weinig und intensiv im Geruch und der gelagerte Wein hat einen ätherischen Duft. Der Geschmack ist trocken, lieblich, samtig, harmonisch und in richtigem Maße tannisch bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5 (bei der Sorte «riserva» 12,5°).

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