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Schokolade


Als erster Europäer machte sicherlich Christoph Kolumbus die Bekanntschaft mit dem Kakao. Er hatte im Verlauf seiner Entdeckungsreisen die Gelegenheit, seine Bäume zu sehen und dem Ritual - als das es damals betrachtet wurde - der «cacicchi» (die lokalen Häuptlinge der Ureinwohner) beizuwohnen, die das Pulver aus den Samen dieser Pflanze mit heißem Wasser verlängert tranken. Doch Kolumbus schätzte seine Geschmack nicht und er erfasste auch nicht die wirtschaftliche Bedeutung dieses Produktes.
Dem conquistador Hernán Cortés, der den Kakao am Hofe Montezumas - Herrscher der Azteken - gekostet hatte, ist die Einführung dieser Pflanze nach Spanien und später in das restliche Europa zu verdanken.
In Spanien wurden die Samen am Hofe von Karl V. - dem Herrscher, von dem die neuen Kolonien, in denen die Kakaopflanze wuchs, abhingen - geröstet, gemahlen, in heißem Wasser aufgelöst und mit Honig gesüßt, um so ein äußerst beliebtes Getränk zuzubereiten.
Am französischen Hof wurde die Schokolade - scheints - von Anna von Österreich eingeführt, als sie Ludwig XIII. heiratete. Der Überlieferung nach soll die neue Herrscherin die Ausrüstung für die Zubereitung der Schokolade in ihrem Gepäck mitgebracht haben und sie nur von ihrer Lieblingshofdame benutzen haben lassen. Als dann fünfzig Jahre später die Hochzeit zwischen Ludwig XIV., dem Sonnenkönig, und Maria Theresia, auch sie Infantin von Spanien, gefeiert wurde, führte die Braut die Gewohnheit ein, die Schokolade in Tassen morgens nach dem Aufwachen und während der Audienzen zu trinken, was dem aus der Neuen Welt gekommenen Getränk zu größter Beliebtheit verhalf.
Von Frankreich aus wurden die Kakaosamen in Piemont eingeführt. Dieses brachte zahlreiche Handwerker hervor, die aus Turin die noch heute unbestrittene Hauptstadt der Schokolade machten.
Die erste italienische Lizenz für die Eröffnung einer bottega di cioccolateria (Schokoladengeschäft) geht auf das ausgehende 17. Jh. zurück und eben hier in den turinischen Werkstätten erlernten junge Männer aus der Schweiz mit den heute bekannten Namen Sacharel und Cailler, die für ihre Lehre hierher gekommen waren, ihre Kunst.
Wenn also in Italien, nach Spanien, die Schokolade am verbreitetsten war, waren das Piemont und besonders Turin die größten Produktionszentren, was sie auch blieben und bleiben, wenn man die Produktion auf handwerklicher Ebene betrachtet.
Die turinischen maestri cioccolatieri ("Schokoladenmeister") hatten den Verdienst, eine Teigmasse ausgearbeitet zu haben, bei der zu dem aus Übersee stammenden Kakao die besten piemontesischen Haselnüsse gemischt wurden. Diese Mischung sollte berühmt werden, auch wenn, wie es so oft bei gastronomischen Innovationen geschehen ist, die «Idee» der Nussschokolade gianduia einem Zufall zu verdanken ist.
Aufgrund der napoleonischen Blockade konnten sich die piemontesischen Schokoladenhersteller nämlich nicht mit ausreichend Kakao für die Produktion eindecken und hatten daher die Idee, den Kakao mit den lokalen und - da sie lange Transporte und belastende Schiffsfrachten vermieden - billigen Haselnüssen «zu verlängern».
Diese neue Teigmasse wurde zu Pralinen verarbeitet, die den Namen gianduiotti bekamen. Ihre Form erinnert nämlich an den charakteristischen Dreispitz-Hut der berühmten Turiner Maske Gianduia, die den Bauern mit groben Manieren, scharfsinniger Zunge und großmütigem Herz verkörpert.
Der erste «gianduiotto» wurde von der Firma Caffarel-Prochet im Jahre 1865 hergestellt, als die Ängste wegen der Seeblockade längst der Vergangenheit angehörten. Damals hatte er den Namen givu, eine Dialektform, die «cicca» (Stummel) bedeutet. Die Stabilisierung und die rechtliche Hinterlegung des Namens «gianduia» erfolgten im Jahre 1867 und seitdem bewahrt der gianduiotto die gleiche Form und die gleiche Größe der Originalpraline.
Noch heute liegt das Zentrum der handwerklichen Schokoladenproduktion in Turin (doch auch in einigen anderen kleinen piemontesischen Zentren wie Cherasco, das für die besonderen herben Mandelpralinen baci di Cherasco berühmt ist), wo man in vielen Geschäften an die sechzig Pralinensorten mit den verschiedenartigst schmeckenden Füllungen findet. Die wohl berühmteste und sicherlich älteste confetteria (Süßwarengeschäft) der Stadt liegt an der Piazza Castello und wurde u.a. durch die häufigen Besuche Cavours bekannt. Für diese große politische Persönlichkeit, deren Naschhaftigkeit (ebenso wie das nach ihm benannte Restaurant) in die Geschichte eingegangen ist, waren die gianduiotti ebenso wie die turinische Schokolade überhaupt und die feinste piemontesische Küche, einfach unwiderstehlich.

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