Fara in Sabina

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Um die ökonomische Bedeutung Farfas richtig einzoschätzen, solt der Hinweis genügen, dass die Abtei im dritten Jahrzehnt des 9. Jahrhunderts, unter Abt Ingoaldus, ein Handelsschiff besass, das von den Hafenzöllen des karolingischen Reiches entbunden war. In die gleiche Zeit fällt die grösste räumliche Ausdehnung des Klosters. Die der Jungfrau Maria geweihte Hauptkirche wurde um eine zweite, dem Erlöser geweihte Apsis, mit einem säulengeschrnückten Ziborium aus Onyx, erweitert. In der Schatzkammer der Abtei befanden sich damals unter anderem ein gemmenverzierter Schrein aus purem Gold (ein Geschenk Karls des Grossen), ein edelsteinbesetztes Goldkreuz von über einem Meter Länge, zwei Goldkreuze mit Kreuzesreliquien, 14 Silberkelche, zwei Gold- und Silberkronen und vier Goldsiegel. Der Niedergang des Karolingerreiches und die Invasion der Sarazenen wurden Farfa zum Verhängnis. Abt Pietro I. mit seinem Heer hielt zwar sieben Jahre lang der Belagerung stand, war schliesslich aber dazu gezwungen, die Mönche in drei Gruppen aufzuteilen und liess sie Abtei verlassen.
Die Schätze Farfas verteilte er zu gleichen Teilen auf die Mönchsgruppen. Die Abtei wurde eingenommen und agebrannt. Von den drei Gruppen gründete die erste Santa Vittoria di Matenano in den Marken, die zweite wurde in Rieti von den Sarazenen niedergemetzelt und die dritte, die sich nach Rom gerettet hatte, kehrte unter der Führung von Raffredo nach Farfa zurück, als die Gefahr vorüber war. Dieser vollendete, nachdem er Abt geworden war, im Jahre 913 die Kirche. Es war jedoch nur ein Strohfeuer, denn nach dem Verlust des kaiserlichen Schutzes lockerte sich die territoriale Einheit. Einige römische Familien (die Crescenzi, die Ottaviani und die Stefaniani) liessen sich auf den Ländereien der Abtei nieder und wurden de facto zu ihren Herren. Die Abtei war so heruntergekommen, dass es zeitweise drei Äbte gleichzeitig gab, die sich untereinander bekämpften.
Einen Aufschwung nahm Farfa zum letzten Mal unter Abt Hugo l. (997-1038), nicht zufällig gleichzeitig mit dem Wiederaufstieg des Kaiserreiches unter der Dynastie der Ottonen. Im Jahre 999 wurde die Reform von Cluny wirksam. Unter Berardus (1047-1089) erhielt Farfa wieder den Charakter einer kaiserlichen Abtei.