Rom

The Roman Hole

Hotels Rom
- Restaurants - Service-Leistungen -
Über den Clivus Palatinus gelangt man von den extravaganten Baulichkeiten der Kaiser hinab ins öffentliche Zentrum des alten Rom, zum Forum. Ursprünglich ein Sumpf, den die ersten Bewohner der umliegenden Hügel als Friedhof verwendeten, wurde der Platz im 6. Jahrhundert v. Chr. von einem etruskischen König trockengelegt. Bevor im vergangenen Jahrhundert hie mit Ausgrabungen begonnen wurde, war das Forum von einer 8 m hohen Erd- und Trümmerschicht bedeckt un als "Campo Vaccino" bekannt, au dem das Vieh weidete. Heute befindet sich hier eine erstaunliche Ansammlung von Tempelruinen, allgemein zugänglichen Gebäuden, Triumphbögen und anderen Bauten. Der Gesamteindruck ist überwältigend, es ist jedoch nicht leicht, die einzelnen Bauwerke zu identifizieren. Unser Rundgang beschränkt sich deshalb auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Am unteren Ende des Clivus Palatinus ragt der Titusbogen empor, der an die Zerstörung Jerusalems durch den gleichnamigen Kaiser erinnert und auch als Tempel diente. Dieses Ereignis markierte den Beginn der jüdischen Diaspora und die Verlagerung der Glaubenshandlungen vom Tempel in die Synagogen. Bis zur Gründung Israels und der Rückkehr nach Palästina im 20. Jahrhundert weigerten sich fromme Juden, durch diesen Bogen hindurchzugehen. Die Via Sacra führt an den überkommenen Bögen der Konstantinsbasilika vorbei, die vielen Baumeistern der Renaissance zum Vorbild diente. So soll sich Bramante seines Entwurfs des Petersdoms wie folgt gerühmt haben: "Ich werde der Konstantinsbasilika das Pantheon aufsetzen" - im nachhinein ein gar nicht so übler Vergleich! An der Via Sacra neben dem Haupteingang zum Forum liegt der Tempel des Antonnius Pius und der Faustina, ein Musterbeispiel für Roms architektonische Ablagerungen. 141 n. Chr. als Tempel von Antonnius Pius erbaut, wurde der Komplex im 12. Jahrhundert zur Kirche San Lorenzo Miranda, die im 17. Jahrhundert eine Barockfassade aufgepropft erhielt. Auf der anderen Seite der Via Sacra, hinter der Regia, erhebt sich der anmutige Rundtempel der Vesta, wo sechs Priesterinnen, die Vestalinnen, das heilige Feuer hüteten. Erlosch es, wurde die schuldige Wächterin vom Priester ausgepeitscht. Vestalinnen wurden in der Regel als kleine Mädchen für 30 Jahre zum Tempeldienst verpflichtet und mußten Jungfrauen bleiben. Nur wenige Patrizier boten ihre Töchter freiwillig für diesen Dienst an, so daß schon Augustus verfügte, das Los solle entscheiden. Das Keuschheitsgelübde wurde weniger ernst genommen. Dem sadistischen Kaiser Domitian blieb es vorbehalten, dem Gebot dadurch Geltung zu verschaffen, daß er Vestalinnen, die sich dagegen vergangen hatten, lebendig begraben und deren Liebhaber zu Tode steinigen ließ. Das wunderschöne Atrium Vestae, das zweistöckige Wohnhaus der Vestalinnen, läßt vermuten, daß dieses Leben durchaus seine Reize hatte. Insbesondere der Garten bietet dem erschöpften Besucher schöne Gelegenheiten zur Rast. Während uns die Religion der Römer fremd erscheinen mag, steht uns ihre Rechtsordnung sicher näher. Wie im 20. Jahrhundert waren früher Rechtsstreitigkeiten alltäglich. Die Via Sacra führt vorbei am Tempel der Dioskuren zur Basilika Julia, wo damals Gericht abgehalten wurde. Manchmal fanden (auch mit Zuhörern) vier Prozesse zur gleichen Zeit statt. Auf der anderen Straßenseite steht die Phokassäule zu Ehren des gleichnamigen byzantinischen Kaisers, der dem Papst das Pantheon zum Geschenk machte. Die Rostra, gleich daneben, war Schauplatz der berühmten Reden des Cicero. Am Ende der Via Sacra, im Schatten des Kapitolhügels, ragen die acht ionischen Säulen des Saturn-Tempels empor. Die Saturnalien zur Huldigung des Gottes zählten zu den fröhlichsten Tagen im alten Rom: Zu diesem Anlaß wurden Geschenke ausgetauscht, der Standesunterschied zwischen Sklaven und Herren war dann aufgehoben. Hinter dem Tempel sind von links nach rechts die Halle der Dei Consenti (367 n. Chr., wohl das letzte nichtchristliche Heiligtum), der Tempel des Vespasian und der Tempel der Concordia zu sehen. Nordwestlich des Tempels, hinter dem Triumphbogen des Septimius Severus, steht die guterhaltene Kurie. Von hier aus lenkte der Senat die Geschicke des Weltreiches. Außerhalb des Forums (auf der Seite des Haupteingangs) - gegenüber der Kirche SS. Luca e Martina von Pietro da Cortona - befindet sich der Carcer Mamertinus, das um 300 v. Chr. angelegte römische Staatsgefängnis. Eine Tafel an der Wand führt die Unglücklichen und die Art ihres Endes - durch Hängen, Folter, Verhungern, Köpfen - im einzelnen auf. Einer mittelalterlichen Legende zufolge war auch Petrus hier eingekerkert. Nachdem er die Wachen bekehrt hatte, entsprang auf wunderbare Weise ein Quell, so daß er die neuen Christen auch gleich taufen konnte.

Die Stadt Rom zeichnet sich durch eine Vielzahl an verschiedenen Strukturen für die Unterbringung.