Muravera

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Der Nuraghenkomplex Scalas mit seinen 42 Menhiren (wovon 2 menschliche Formen haben), die in Gruppen zu 3, 4 oder 5 Menhiren aufgestellt sind, gehört zu den am besten erhaltenen megalithischen Anlagen in ganz Sardinien. Zeugnisse aus der Nuragherzeit fand man auch in Santa Giusta im Nuraghenkomplex Sa domu 'e s'orcu, der in der Mitte eines kreisförmigen Tales steht. Im Zeitalter der Römer lag Muravera auf der Strasse, die die Ostküste der Insel entlang verlief. Im Mittelalter gehörte das Gebiet zum Verwaltungsbezirk Colostrai im Judikat Cagliari. Es gab hier zahlreiche bewohnte Ortschaften wie zum Beispiel Villa Petrera, Villa Archiepiscopu und Villa Surrui. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts fiel das Gebiet dem Judikat Gallura zu und später wurde es von den Pisanern beherrscht. 1324 eroberten es die Aragoner; die Region zählte zum Feudalbesitz der Familie Carroz. In der Folgezeit wurde es, bis zur Abschaffung des feudalen Systems, von den Familien Centelles und Osorio regiert.
Die Sarazener unternahmen mehrere Versuche, diese Region zu erobern. Dies hatte zur Folge, dass die Bevölkerung sich mehr und mehr von der Küste zurückzog. Im 17. Jahrhundert wurden zu Verteidungszwecken die folgenden Verteidigungstürme errichtet: Torre dei Dieci Cavalli, Torre delle Saline, Torre di Capo Ferrato und Torre di Cala Pira.
In Muravera selbst lohnt die Gemeindekirche San Nicola di Bari einen Besuch. Diese Kirche wurde ursprünglich im gotisch-katalanischen Stil errichtet, aber gegen Ende des 16. Jahrhunderts umgebaut. Bemerkenswert ist eine bunte, teilweise mit Gold verzierte Holzstatue aus dem Jahr 1603 von Scipione Aprile, die den Heiligen San Sebastiano darstellt. Ebenfalls bemerkenswert und von grossem ethnographischem Interesse ist die Landkirche von San Priamo (einem Vorort von Muravera), die von sogenannten "cumbessia" umgeben ist, das sind Hütten, in denen die Festgemeinde übernachtete.
Religiöse Feste werden zu Ehren von Sant'Agostino (Ende August),und zu Ehren des Patron von Muravera San Nicolò (6. Dezember) gefeiert. Zu den traditionellen Festen trägt man in Muravera auch heute noch Tracht und man tanzt auf dem Festplatz zu den Klängen der Launeddas. Gegen Ende des Winters findet das Fest der Zitrusfrüchte mit zahlreichen folkloristischen Vorführunge statt.