Stromboli
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Fährt man um die Insel, beim breiten
Strand von Scari beginnend, so blickt
man auf die Punta Lena, wo man weisse
Häuser unter hohen Palmen bemerkt,
die der Landschaft einen arabischen
Charakter verleihen. In der Mitte hebt
sich eine alte Fabrik mit einem hohen
Schornstein hervor, der einzige am ganzen Himmel der Insel. Fährt man
gegen
Norden weiter, und lässt die Punta Lena
hinter sich, so kommt man an einer
Bimssteinwand entlang und danach
breitet sich der Haupstrand der Insel
aus, Ficogrande genannt, wo die Schiffe
anlegen, die die Insel mit Sizilien oder
mit der Campania verbinden.
Bis zum ersten Weltkrieg war dieser
Strand, wie auch der von Scari Anlegeplatz der grossen Segelschiffe, welche
die Frachterf lotte von Stromboli, die
wichtigste der ganzen Inselgruppe werden liess. Fahren wir weiter um die
Insel,
so begegnen wir hohen Felsen, die entschieden vom Meer herausragen.
Lässt man auch diese hinter sich, so bietet sich dem verwunderten Auge die
grossartige Vision des Feuersturzes
(Sciara del Fuoco), ein steiler und weiter
Abhang, an welchem ein Lavafluss dem
Meere zufliesst, hier und da mit enorm
grossen glühenden Blöcken, die talabwärts rollen, inmitten eines Gewirbel
von dichten Dampfwolken und Aschewirbel.
Oben, beim Beginn des Absturzes, auf
700 m H”he, sieht man das Auswurforgan, tief zwischen enormen Felsblöcken
und grossen Auswurfmassen eingebettet, oft von Dunst umwickelt und durch
das Auswurfmaterial beschossen.
Das von diesem Lavasturz dargebotene
Schauspiel wird in den Nachtstunden besonders interessant. Die Ausgüsse
erscheinen wie phantastische Feuerbäche,
wobei die Dunkelheit durch die Lichtbündel der ausgeworfenen Stücke
durchzogen wird, und das Ganze spiegelt sich im
Meer gespenstig wieder.
Oft wirft der Krater glühende riesig grosse Massen in die Höhe und diese
gehen
dann wie ein Fächer auseinander und bilden einen ausgedehnten Regen von
leuchtenden Schlackenteilen wie ein Regen von Meteoriten. Die auf dem S.
Petersplatz in Rom stehenden Brunnen geben, wenn sie beleuchtet sind, nur
eine
blasse Ahnung von diesem Schauspiel.
Die Feuerblöcke, die auf der "Sciara" niedergehen, zertrümmern sich in
Tausende
von Funken, wie wenn ein Eisen auf dem
Amboss gehämmert wird.
Oft wirft der Krater mit erhöhtem Rythmus Material auf Material aus und so
bilden sich mehrere leuchtende Spuren, die
sich untereinander verzwicken und dabei
eine Phantasmagorie von Lichtern bilden. Manchmal fallen die Blöcke auf den
Hang ohne sich zu zertrümmern, rollen
dann gegen die Felsen ab und beschreiben eine weite Parabel, bevor sie mit
Getöse ins Meer stürzen, wobei die hohe
Wassersäulen in die Höhe jagen. Lavafetzen schlagen auf den Strand auf und
höpfen dann zwischen den Felsen, bis sie verschwinden.
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