Nationalpark des Toskanischen Archipels

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Das Meer
In Italien ist - nach der Schaffung von einigen Naturschutzgebieten anderswo - der Nationalpark des Toskanischen Archipels der erste große Meerespark in Italien. Er ist die flächenmäßig größte geschützte Zone der europäischen Meere. Der Nationalpark ist durch eine große Vielfalt von Habitaten charakterisiert, die von verschiedenen Lebensformen bewohnt werden. Die zahlreichen biologischen Erscheinungsformen des Archipels sind auch durch die unterschiedlichen Küsten und Meeresgründe bedingt. So leben von den Stränden Elbas bis hin zu den felsigen Klippen im Westen Capraias eine Myriade von Pflanzen- und Tierarten in jedem Winkel eines der faszinierendsten natürlichen Lebensräume - dem Meer. In der Gezeitenzone machen sich die fest am Felsen verankerten Napfschnecken (Patella rustica und P. caerulea) und die Meereicheln (Chthamalus stellatus und C. montagui) gegenseitig den Platz streitig, während am Ebbeniveau die Seerose (Actinia equina) lebt, biologischer Anzeiger für nicht verschmutzte Gewässer. In der ersten Unterwasserschicht sind die Felsen mit vielen Algen bedeckt, zum Beispiel mit dem "Rasierpinsel des Neptun" (Penicillus capitatus), der ausschließlich im Archipel vorkommt, sowie den unverwechselbaren Schirmchen der grünen einzelligen Schirmchenalge (Acetabularia acetabulum) und den Fächern der "Padina Pavonica". Hier leben der Seeigel (Paracentrotus lividus), der Seestern (Echinaster sepositus) und Weichtiere, auch "Mollusken" genannt, wie der Polyp (Octopus vulgaris) und die Seeohren (Haliotis lamellosa), zusammen mit den bunten Anneliden, zum Beispiel der Schraubenalge (Sabella spallanzani). Nahe den Felsen, wo Kormorane (Phalacrocorax carbo) und die Krähenscharbe (P. aristotelis) nach dem Fischfang ihre Flügel in der Sonne trocknen, kann man viele Fischarten sehen - schwimmend oder in geringer Tiefe tauchend, darunter den Meerjunker (Coris julis), den Meerpfau (Thalassoma pavo), die Zweibindenbrasse (Diplodus vulgaris), den Mönchsfisch (Chromis chromis), den Schriftbarsch (Serranus scriba) und die Gestreifte Meerbarbe (Mullus surmuletus).
Die sandigen Meeresgründe sind von ursprünglichen Unterwasser-Wäldern und von Wiesen aus Neptunsgras (Posidonia oceanica) bewachsen, der wahren grünen Lunge des Ökosystems des Mittelmeeres. Zwischen den bänderartigen Büscheln leben, ernähren und verstecken sich viele Fischarten, darunter die Goldstrieme und der Blöker. Auf diesen sandigen Meeresgründen können wir auch die große zweischalige Muschel (Pinna nobilis) antreffen, die im Nationalpark wieder deutlich häufiger vorkommt, wie auch das immer seltener werdende Seepferdchen (Hippocampus hippocampus). Ein unvergessliches Erlebnis ist ein Tauchgang zwischen den unglaublich gelben, hellblauen und roten Farberscheinungen eines der bedrohtesten Lebewesen der Meeresbiozönose: der Koralle - im Nationalpark vertreten durch die sehr seltene rote Koralle (Corallium rubrum). Hier konzentriert sich der größte Teil des Unterwasserlebens, hier können wir Felswände bewundern, die bedeckt sind mit buntesten Algen und Schwämmen, mit den wunderschönen Fächern der Gorgonie (Eunicella cavolinii, E. singularis und Paramuricea clavata). In den Spalten und Höhlen zeigen die Languste (Palinurus vulgaris), die Muräne (Muraena helena), der Heuschreckenkrebs (Scyllarides latus) und der Zackenbarsch (Epinephelus marginatus) ihre Köpfe. Mit etwas Geduld kann man auch Zahnbrassen (Dentex dentex), Goldbrassen (Sparus auratus) und Seebarsche (Dicentrarchus labrax) frei in ihrer natürlichen Umgebung bewundern. Die Meere des Toskanischen Archipels sind von außergewöhnlicher Schönheit. Hier leben die - wenn auch selten zu beobachtenden - Schwertfische (Xiphias gladius), Thunfische (Thunnus thynnus), Pilotenfische (Lichia amia), Mondfische (Mola mola) oder die unverwechselbaren Delphine (Delphinus delphis) und Tümmler (Tursiops truncatus), die oft einsame Segler durch die klaren Gewässer begleiten. An Überraschungen mangelt es nicht, der Furchenwal (Balenoptera physalis) und der Pottwal (Physeter macrocephalus) besuchen das ganze Jahr über die Gewässer des Nationalparks, auch wenn sie fast nur während der Übergangszeiten beobachtet werden können: ein guter Grund, den Archipel im Frühjahr oder Herbst zu besuchen. Beim Nationalpark des Toskanischen Archipels handelt es sich also um einen Park, der einen natürlichen Lebensraum von außergewöhnlichem kulturellen und wissenschaftlichen Wert darstellt, auch wenn durch das Einwirken des Menschen die Qualität der natürlichen Lebensräume verändert wurde.
Man könnte annehmen, dass die Strände für die Eiablage und das Schlüpfen der Meereschildkröte (Caretta caretta) nicht mehr verfügbar sind. Dennoch wurde diese bei der Insel Pianosa gesichtet, wohingegen die Mönchsrobbe (Monachus monachus) - bereits sehr selten in den italienischen Meeren - die verborgensten Klüfte der Insel Montecristo besucht.

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