Nationalpark des Toskanischen Archipels

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Geschichtliche Hintergründe
Der Mensch setzte vor ca. 700.000 Jahren das erste Mal seinen Fuß auf den Boden der toskanischen Küste. Die ersten Zeichen menschlicher Anwesenheit auf den Inseln gehen auf das Paläolithikum zurück. Im Neolithikum war das Territorium des Archipels, das damals bereits in der heutigen Form bestand, ein beliebtes Siedlungsgebiet für den Menschen. Auf Elba liegen Reste wichtiger megalithischer Kulturen vor. Die Etrusker beuteten die Mineralienvorkommen der Insel sehr intensiv aus. Mit der Entstehung der metallverarbeitenden Kultur wurden die ursprünglichen Steineichenwälder gerodet, um die Schmelzöfen zu heizen. Die Griechen kamen nach Elba und nannten die Insel Aethalia, wegen des Rußes, der durch die antike Art der Eisenverarbeitung entstand. Eine Legende erzählt vom Schiffbruch der mythischen Argonauten, den "Metallsuchern" der griechischen Welt, am Strand Le Ghiaie in Portoferraio, dem antiken Argon. Vom Mythos zur Geschichte. Die Insel Elba gelangte zunehmend zu strategischer Bedeutung aufgrund ihrer enormen mineralogischen Bodenschätze: vor allem Kupfer und Eisen. Die Römer nannten Elba Ilva und fuhren während der ersten Jahrhunderte ihrer Herrschaft mit der Nutzung der Erzbestände fort. Sie gründeten die ersten Handelsstützpunkte auf jeder Insel des Archipels und führten eine Touristentradition ante litteram ein: so entstanden überall auch Patrizierhäuser, deren bedeutendsten und faszinierendsten Überreste auf Giannutri, Pianosa und Elba zu sehen sind. Dem Untergang des Römischen Reiches folgte ein Rückgang des Handels im Archipel und eine beachtliche demographische Krise, welche die Entvölkerung fast aller Inseln verursachte. Pianosa wurde von den ersten Christen wieder besiedelt, die die Katakombenanlagen der Insel angelegt haben, die bedeutendsten nördlich von Rom. Von diesem Augenblick an verflechten sich die Geschichte der Inseln und die des Christentums. Im Mittelalter wurde der Archipel Zufluchtsort von Mönchen und Einsiedlern, die Klöster und Kapellen errichteten, deren Zeugnisse sich auf erstaunliche Art mit der Landschaft verschmelzen. Die weit zurückgehenden Spuren des christlichen Glaubens entdeckt man am besten im Inselinneren und in den Gebirgstälern. Capraia wurde von Eudossus besucht, der dort im Tal "del Piano" das Kirchlein des Hl. Stephan Protomartire errichtete. Der Bischof von Palermo, Mamilianus, kam auf der Flucht vor der Versklavung durch die Vandalen nach Montegiove. Die Legende erzählt, dass er hier als Einsiedler lebte und mit einem Drachen kämpfte, der nach einem furchtbaren Kampf unterlag: daraufhin wurde die Insel in Montecristo umbenannt. San Cerbone, der Bischof von Massa Marittima und Populonia, flüchtete nach Elba, um der Invasion der Langobarden zu entkommen. Das gleichnamige Heiligtum auf den Wanderwegen des Monte Capanne ist heute noch Ziel von Wallfahrten. Im zweiten Jahrtausend ist die Geschichte des Archipels eng mit der der Seerepubliken und der toskanischen Herzogtümer verbunden, mit Pisa, Genua und den Appiani aus Piombino. In dieser Zeit werden wichtige religiöse Bauten errichtet: die Kirche San Lorenzo in Marciana, Santo Stefano alle Trane in Portoferraio, die Kirche San Giovanni in Campo, San Nicolò in San Piero und San Quirico in Rio nell'Elba. Es werden militärische Verteidungsstrukturen aufgebaut: die Festung des Volterraio und der Turm San Giovanni, die Festung und der alte Turm auf Gorgona, die Mauern der Burg auf Giglio und die Festung San Giorgio auf Capraia, die in der Renaissance umgebaut wurden. Die Inseln des Archipels werden von Piratenüberfällen heimgesucht, und vom 16. Jahrhundert bis zur Vereinigung Italiens werden sie zum Schauplatz von Konflikten zwischen den Machthabern dieses Zeitalters. Relikte aus diesem Zeitabschnitt sind überall erhalten, besonders jedoch auf Elba. Die herausragendste Leistung der Zeit der Medici ist die Gründung von "Cosmopoli", dem heutigen Portoferraio, die Cosimo I. zu verdanken ist. Cosmopoli umfasste das heutige schöne Altstadtzentrum, die drei Festungen Forte Stella, Falcone und La Linguella und die Türme Torre del Martello und Porta Mare zum Schutz der Stadt. Die Spanier ließen sich in Porto Longone, dem heutigen Porto Azzurro, nieder. Dort errichteten sie die Festung San Giacomo. Das beeindruckendste Bauwerk spanischer Kultur ist jedoch mit Sicherheit die Wallfahrtskirche Madonna del Monserrato; mit der Wallfahrtskirche Madonna del Monte und der Einsiedelei Santa Caterina zählt sie zu den bemerkenswertesten religiösen Sehenswürdigkeiten der gesamten Insel. Die Insel Elba ist auch deshalb weltweit bekannt, weil sie zu Napoleon Bonapartes erstem Exilort wurde. Der französische Kaiser realisierte hier verschiedene für die Wirtschaft und Kultur der Insel wichtige Vorhaben. In Poggio entspringt eine mineralhaltige Quelle, die den Namen Napoleons trägt. Die Wohnsitze Napoleons, Villa dei Mulini und Villa San Martino, sind Ziel des internationalen Tourismus. Die jüngere Wirtschafts- und Sozialgeschichte Elbas wurde durch eine Arbeitertraditon geprägt, die sich im Zuge der Bergbauarbeiten im östlichen Teil der Insel und der in Portoferraio angesiedelten Stahlverarbeitung entwickelte. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die elbanische Wirtschaft entscheidend: Die Bergwerke wurden nach und nach geschlossen, die Stahlverarbeitungsanlagen waren vom Krieg zerstört, die Felder aufgelassen und der Thunfischfang in Enfola eingestellt. Der Hauptfaktor der modernen Wirtschaftsaktivitäten im gesamten Archipel ist heute die Tourismusindustrie. Eine starke Verflechtung zwischen Natur und Kultur kennzeichnet die Geschichte des Nationalparks. Auch wenn die Inseln des Toskanischen Archipels seit den Anfängen der menschlichen Zivilisation besiedelt wurden, ist dort auch heute noch der feine Zauber der unberührten Natur spürbar. Der Nationalpark des Toskanischen Archipels wurde im Sinne der Erhaltung dieser außergewöhnlichen natürlichen Lebensräume zu Land und zu Meer ins Leben gerufen, um diese überaus sensiblen Habitate entsprechend zu beschützen, um einen neuen Beitrag zum verträglichen Miteinander zwischen Natur und Tourismus zu leisten, den Schutz der Pflanzen-, Tier- und Mineralienarten mit der Nutzung des Inselgebietes zu vereinbaren. Das ist die Herausforderung des neuen Jahrtausends: Natur und Wirtschaft können, sie müssen sich miteinander verbinden, für uns und für die, die nach uns geboren werden.

Wohnen können Sie in Insel Elba, in Hotels, Agritourismusbetrieben (Ferien auf dem Bauernhof), Residence (Ferienwohnanlagen), Bed & Breakfast, Zimmervermietungen, Ferienwohnungen/-häusern, Campingplätzen und Feriendörfen.