Val di Chiana Aretina
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Das Chianatal war nicht immer eine gluckliche Insel.
Nach Hannibals Durchmarsch ereigneten sich im Chianatal wahrend des
Prozesses, der zur Gründung des toskanischen Staates führte, andere epische
Momente der Geschichte: Die Schlacht bei Pieve al Toppo (1288), in der die
Aretiner die Sieneser eine harte Niederlage erleiden liessen, die zur Zeit mit den
florentiner Wolfen alliiert waren, und die Schlacht bei Scannagallo (so genannt
wegen der grossen Anzahl von getöteten französischen Soldnern), die im Jahre
1554 bei Foiani geschlagen wurde und die sienesische Republik der Herrschaft
Cosimo's de Medici, des ersten Grossherzogs van Toskana, unterwarf.
Diese Episoden sind der hiesigen geschichtlichen Realitat aber doch fremd,
weil die Bewohner des Chianatals die Kunst mehr als die Waffen liebten. Man
sieht dieses daran, dass hier kein berühmter Feldherr geboren wurde, wohl aber
ist die Schar der Kunsttalente sehr zahlreich. Unter ihnen stehen Luca
Signorelli, Pietro da Cortona, Andrea Sansovino und im vergangenen Jahrhundert Gino Severini an erster Stelle.
Die Autostrasse der Sonne und die direkte Eisenbahnverbindung Rom-
Mailand schneiden das Tal der Länge nach durch; zwei Staatsstrassen, die
Umbro-Casentinese und der östliche Zweig der Cassia sichern mit ihren
kurvigen Linien die Verbindungen zwischen den hauptsächlichsten Wohnzentren, während, ein enges Netz hervorragender Provinzstrassen erlaubt, das Tal
in jeder Richtung zu durchqueren und seine verborgencn Schonheiten zu
entdecken.
Und auch noch weitere Wege etruskischer und römischer Spuren verfolgend,
übersteigen diese nach Osten die Abhange und die bewaideten Kamme der
Cortoneser Berge und dringen in die suggestiven Nebentäler ein, welche mit
Villen, Pfarreien, Ruinen antiker Festungen getüpfelt sind, es somit mit dem
Tibertal verbindend.
Das Chianatal war einmal die Kornkammer Etruriens und auch heute noch
ist es ausschliesslich das Gebiet der Zucht einer sehr wertvollen Rinderrasse,
"Chianina" genannt, die direkt vom "bos primigenius" der Vorgeschichte abstammt.
Diese landwirtschaftliche Berufung charakterisiert die Okonomie dieses
Tales, wo die Tätigkeiten blühen, die an die Produktion von Getreide, Zuckerrüben, wertvollem Olivenol und typischem Wein, dern "Bianco Vergine" gebunden
sind.
Trotzdem fehlen aber nicht 1ndustrien des Möbel-, Schuh- und Bekleidungs-sektors.
In Monte S. Savino lebt heute noch nach antiker Tradition das Handwerk der
künstlerischen Keramik.
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