Venedig

Fähren

Hotels Venedig
- Restaurants - Typische Produkte - Service-Leistungen -
Fähren - In Venedig bezeichnet der Ausdruck "Fähre" gleichermassen das Übersetzen der Passagiere von einerm Ufer des Canal Grande zum anderen, als auch den Ort, wo das Übersetzen beginnt und abgeschlossen wird. Der Transport findet auf einem eigens dafür geschaffenen gondelähnlichen Boot, das "Gondolone da Parada" oder "Barcheta" genannt wird, statt. In den alten Lagunen musste alles auf Booten transportiert werden, vom Stein und Holz für die Bauten bis zu den Lebensmitteln für die Bewohner, und somit kann man bestätigen, dass der Beruf des Bootsführers bereits zusammen mit den ersten Besiedelungen der Lagune entstanden ist. Die Geschichte der Fähren läuft somit parallel zu der Geschichte Venedigs und seiner Bewohner. Bei den Fähren handelt es sich um eine komplexe Geschichte der Sitten, der Arbeit, Armut und Aufopferung, vor allen Dingen jedoch um die Geschichte des Kooperativunternehmens an sich. Die Bootsführer des XV. und XVI. Jahrhunderts waren bereits in "Zünften" zusammengeschlossen, mit Satzungen, die von der Magistratur der "Giustizia Vecchia", der Alten Justiz, bestätigt wurden. Dies stellt das erste bekannte Beispiel des städtischen Transports von Passagieren und Waren dar. Die Satzungen der unterschiedlichen Fähren, "Mariegole" genannt, und einander sehr ähnlich, stellten einen sehr artikulierten Grundstock von inneren Regeln dar, die die Qualität der Dienstleistungen garantieren sollten. Die Zunftsatzungen legten die Pflichten der "Zunftsmitglieder" fest, darunter die Steuern, die Öffnungszeiten der Fähren, die Preise und die territorialen Begrenzungen des Transports. Aus diesen Regeln entnehmen wir, dass viele der Probleme eines Venezianers vor fünfhundert Jahren im Bereich des öffentlichen Transports denen eines heutigen Venezianers sehr ähnlich waren, wenn nicht sogar die gleichen. Auch damals waren die Verkehrsmittel überfüllt, es gab wenig nächtliche Fahrten und die Fahrtzeiten wurden nicht eingehalten, gleichermassen liess die Professionalität der Verantwortlichen manchmal zu wünschen übrig. Die "Zunftsatzungen" gaben die Normen zur Verbesserung der Dienstleistungen vor und die "Gastalde" (die den unterschiedlichen Zünften vorstanden und den heutigen "Bancali" der Fähren entsprechen) mussten für das Befolgen dieser sorgen. Nicht einmal der Fall der "Serenissima Repubblica" und das Aufeinanderfolgen von drei Fremdherrschaften führte zu grundsätzlichen Veränderungen der alten Regeln, so dass es sogar noch heute, obwohl es neue Formen des Verbandes gibt, ein eigenständiges öffentliches Institut für die Erhaltung der Gondel und den Schutz des Gondoliere gibt. Der Bau der Santa Lucia-Brücke und der Akademiebrücke im XIX. Jahrhundert hat zur Verringerung der Fähren beigetragen, die die Ufer des Canal Grande miteinander verbinden: von den zwanzig, die im Jahre 1828 existierten, ging man zu den heutigen acht über. Ausser dem Fährdienst über den Canal Grande, bestreiten die Gondolieri in Venedig auch den Passagiertransport auf Abruf, der sich sowohl an den Bürger als auch an den Turisten richtet. Während des Wartens auf die Passagiere, liegen die Gondeln an Anlegeplätzen, die "Stazi" genannt werden, und günstig über das städtische Netz Venedigs verteilt sind.